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Die Bladnoch Distillery ...

| Die jüngere Geschichte der Bladnoch Distillery, der südlichsten in Schottland, liest sich fast wie eine britische Seifenoper. Bereits 1817 gegründet, musste sie bis zu Beginn der 1990er-Jahre etliche Besitzerwechsel und Stilllegungen überstehen, um 1993 vom damaligen Besitzer, dem Konzern UDV (heute Diageo, weltgrößter Getränkekonzern) wie es schien endgültig geschlossen zu werden. Brennblasen und Maischebottich blieben zwar stehen, aber ansonsten wurden die technischen Einrichtungen geradezu kannibalisiert. | |
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Im Jahr 1994 durchstreifte der Nordire Raymond Armstrong die Region Dumfries and Galloway (Scotland´s forgotten corner), nur wenige Seemeilen von seiner Heimatinsel entfernt, auf der Suche nach einem Ferienhaus. Dabei stieß er auf die idyllischen Gebäude der alten Brennerei, die noch immer so aussah, wie eine schottische Whisky Distillery aussehen sollte. Der Kauf war bald unter Dach und Fach, allerdings mit der Auflage, in den Gebäuden nie wieder Whisky zu brennen. Das hatte Raymond auch gar nicht vor. Er versuchte zunächst in den Gebäuden Ferienwohnungen einzurichten. Auf einem Teil des weitläufigen Geländes entstand gar ein Caravanpark. So recht kam die Sache aber nicht in Schwung und die Einheimischen begannen außerdem auf Raymond einzureden, doch wieder eine Brennerlaubnis zu erwirken. |
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Er fing also an, mit der Geschäftsleitung des Konzerns zu verhandeln, bis er schließlich 1997 am Ziel war: In Bladnoch durfte wieder Whisky gebrannt werden. Allerdings nur 100.000 Liter pro Jahr, gegenüber 1,3 Millionen Liter vor der Schließung. Danach war Raymond nicht mehr zu halten. Er stellte den seinerzeit entlassenen, aber noch in der Gegend wohnenden ehemaligen Brenn- und Braumeister John Herries wieder ein und die beiden begannen, die noch existierenden Anlagen zu restaurieren und fehlende Teile zu ersetzen – eine wahre Knochenarbeit. Auch finanziell. Legendär ist die Geschichte über den Austausch der Rohrleitungen an den Brennblasen. Bei der Demontage trat plötzlich eine klare Flüssigkeit aus: Reste des letzten Brennvorgangs vor der Stilllegung 1993, wie sich herausstellte. Sie fingen die Flüssigkeit auf - es waren ungefähr 200 Liter Alkohol - , die die Jahre in den Rohren überstanden hatten und Raymond ließ es sich nicht nehmen, einen Schluck zu probieren. Was soll man sagen? Die Qualität entsprach dann doch nicht ganz seinen Ansprüchen. |
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| Im Dezember 2000, wenige Tage vor dem Ende des alten Milleniums, hatte die Plackerei ein Ende: Der erste New Make in Bladnoch seit 1993 wurde gebrannt. Und dies, obwohl – wie Raymond einmal gestand – noch gar nicht alle Genehmigungen unterschrieben waren. Er wollte das neue Jahrtausend optimistisch beginnen, spielte den „ahnungslosen Iren“.- und war erfolgreich. Seitdem hat Raymond zahlreiche verstreut gelagerte ältere Fässer aufgekauft und unter dem eigenen neuen Bladnoch Label auf den Markt gebracht. Den nach der Wiederinbetriebnahme gebrannten neuen Whisky gab es erstmals 2008 als 6-jährigen in drei verschiedenen Abfüllungen zu kaufen. 2009 kam ein 7-jähriger auf den Markt und zum Wigtown Booktown Festival Anfang Oktober 2009 wurde ein 8-jähriger abgefüllt. | ![]() |
| John McDougall, schottisches Whisky-Urgestein und Berater von Raymond, hat den neuen Brand im Jahr 2001 gekostet und mit seinen alten Aufzeichnungen verglichen. Er bewertete die Qualität als sehr gut und dem alten Brand sehr ähnlich. Tasting Notes der neuen Abfüllungen sind geradezu euphorisch. Geschmacklich ist er dem Arran näher als einem typischen Lowland. |
| Empfehlenswert ist auch das Bladnoch Forum, ein Internetforum, wo sich neben Raymond selbst und John McDougall regelmäßig Maltliebhaber und –fachleute zu allen möglichen Themen austauschen. Außerdem gibt es für die Forumsmitglieder in unregelmäßigen Zeitabständen Spezialabfüllungen von Fässern anderer Destillerien, die Raymond für sich und seine Forumsfreunde kauft. Diese sind inzwischen außerordentlich beliebt, wegen ihrer guten Qualität und nicht zuletzt wegen des unschlagbaren Preises. |
| Flaschen von einigen dieser Abfüllungen finden Sie auch immer wieder in meinem Webshop. |
| Einen Besuch in der Bladnoch Distillery auf Ihrem nächsten Schottlandurlaub empfehle ich wärmstens, vor allem, wenn Sie sich als Mitglied im Bladnoch-Forum angemeldet haben. Stellen Sie sich als Forum Member vor und alle Türen werden Ihnen offen stehen. Und wenn Raymond vor Ort ist, wird er Sie wahrscheinlich höchstpersönlich durch die Brennerei führen. Bestellen Sie ihm Grüße von mir, wenn Sie dort sind. |
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