Hier ist er, mein erster “Vatted” Malt. (Wie fast alle Whiskyliebhaber weigere ich mich standhaft den neuen Begriff Blended Malt zu verwenden, wenn es sich vermeiden lässt).

Carraig Dubh bedeutet “Schwarzer Fels”. Dieser Fels liegt vor dem Nordufer des Lochindaal. Jetzt ratet, welche beiden Destillerien die Eltern dieser Abfüllung sind.
Dieses ist mein erstes eigenes Vatting, bei dem ich dankenswerterweise auf die Erfahrungen des Masterblenders John McDougall zurückgreifen konnte, der mich bei der Auswahl der Fässer unterstützte.
Tastingnotes:
Farbe: dunkler Weißwein
Nase: Kräuter, schöne Prise Rauch und Torf, wenn er eine Weile gestanden hat kommen leichte frische Fruchtaromen zum Vorschein, leichte Anklänge an Beeren.
Gaumen: Er braucht wie fast alle fassstarken Whiskies etwas Zeit im Glas. Ganz zu Beginn alkoholisches Prickeln auf der Zunge. Aber wenn er sich akklimatisiert hat trotz der 55% zunächst sanft und seidig, malzig, mit vielen Kräuteraromen, frische Fruchtnoten, etwas Torf und Rauch; ein Tag in den Dünen von Islay. All dies wird am Ende von einer salzigen Gischtwoge davongespült.
Abgang: lang, salzig und wärmend.
Dies ist ein einmaliger Small Batch Blend, das heißt, es wird ihn nur einmal geben. Begrenzt war er auf 58 Flaschen, von denen noch einige da sind.
Preis: 49,- Euro / 0,7 l-Flasche



Ich gebe zu, ich habe eine Weile überlegt, als ich den Preis für dieses halbe Sherry Butt gelesen habe. Es ist natürlich deutlich teurer als die jüngeren Fässer der bisherigen Aktionen. Aber nachdem ich die Aktion durchkalkuliert hatte, konnte ich dann doch nicht widerstehen.
Das Erste der beiden Fässer ist ein Benrinnes, eher untypisch aus einem ex-Bourbon Hogshead. Benrinnes-Abfüllungen kennt man sonst meist aus dem Sherryfass.
Es war schon eine besondere Erfahrung, 650 Flaschen Whisky auf den Hof zu bekommen, den größten Teil davon in große und kleinere Pakete zu verpacken und weiter zu versenden. Am Montag, den 26. Juli stand nur kurz vorher angekündigt ein riesenhafter, schottischer Truck in unserer kleinen Straße, der unter anderem zwei Paletten mit über 100 Kisten Whisky an Bord hatte. Am Witzigsten war der Moment, als der Fahrer mich fragte, ob wir nicht zufällig einen Gabelstapler hätten. Unser Gabelstapler bestand dann – neben meiner Frau und mir – aus drei Nachbarn, die mit Hand anlegten und Kiste für Kiste die Paletten entluden, erst auf dem Hof und später im Keller fein säuberlich nach Sorten getrennt aufstapelten.



